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Historischer Spaziergang durch den Ortskern
 

1. St. Josefsheim

Begonnen hat alles im Jahr 1847 mit der Einrichtung einer Suppenküche für arme Leute aus dem Ort in einem Anwesen einer früheren Adelsfamilie. Niederbronner Schwestern, unterstützt von Herxheimer Frauen, versorgten täglich bis zu 700 Bedürftige mit einer warmen Mahlzeit.

1855 wird ein Armen- und Krankenhaus eingerichtet und es werden umliegende Gebäude dazugekauft. Es wird eine Heimat für Waise, Kranke und Behinderte.
1913 wird eine ,,Kinderschule" eröffnet. Im Laufe der Jahre kommen Handarbeitsschule, Säuglings- und Wöchnerinnenstation dazu. 1964 wird das Kinderhaus geschlossen, 1968 der Kindergarten St. Josef gebaut, 1973 muss die Wöchnerinnenstadion aufgegeben werden.



Seit 1976 befindet sich ein Altenzentrum in dem nun schon stark erweiterten Gebäudekomplex. Im Haus integriert ist seit 1925 die dem Schutzpatron des Hauses St. Josef geweihte Kapelle.

     
     

2. Synagogenstein

Ihn findet man in der Oberen Hauptstraße (Platz an der Auffahrt zum Parkdeck). Hier befanden sich die ehemalige Synagoge und die "Judenschule". 1840/41 wurde die Schule gebaut, die Synagoge 1842. Zu dieser Zeit lebten ca. 160 Juden in Herxheim. Zwischen 1875 und 1900 verringerte sich die jüdische Gemeinde von 75 auf 25 Mitglieder, 1910 lebten nur noch 16 Juden in wenigen Familien hier, 1938 nur noch vier. In der "Reichskristallnacht" am 09/10. Nov. 1938 wurde die Synagoge zerstört und ausgeplündert. Nur mit Rücksicht auf die Nachbaranwesen wurde sie nicht in Brand gesetzt.

Das Abrissmaterial wurde zur Wegebefestigung in der Gemarkung Herxheim verwendet. 1984 wurde in der ehemaligen Lehmgrube der Ornamentstein sichergestellt und anschließend restauriert .

 
 

3. Hugo Ball

(Im Innenhof des Häuser-Ensembles Obere Hauptstraße 16 -18) Hugo Ball lebte von 1886 bis 1927. Geboren wurde er in Pirmasens, seine Mutter Josefine Arnold war Herxheimerin und stammte aus der Lehrgasse. Er ist Mitbegründer des Dadaismus, er steht für Protest mit Lauten, Satzbrocken ohne Sinn, für Lärmmusik gegen die Welt, gegen Krieg und gegen eine überspannte Zivilisation. Ball arbeitete als Schriftsteller, Schauspieler, Dramaturg, Pazifist und Klavierspieler. Er starb in tiefer religiöser Frömmigkeit. 1995 wurde er mit der Aufstellung der Bronzeplastik des Künstlers Manfred Weihe aus Speyer geehrt .



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