zur Seite der Verbandsgemeinde zur Druckansicht zum Impressum zur Sitemap
 














Besucher: 729160
 
 
Um Herxheim wurde auf den fruchtbaren Ackerböden nachweisbar über 1000 Jahre Flachs oder Lein, zeitweise auch Hanf angebaut, es wurden Tuche gewebt. Schon im 16. Jahrhundert existierte hier eine Weberzunft, die die Berufsinteressen im bischöflichen Oberamt Lauterburg wahren sollte. Fertigprodukte wie Sackstoffe, Säcke, Zwillich, Drillich, Drelle, Pferdedecken, Wagenplanen, Erntetücher u.ä. wurden von Herxheimer Hausierern, den "Herxheimer Sackmännern" in ganz Süddeutschland vertrieben. Jeder Weber regelte den Ankauf von Garnen und den Verkauf der gewebten Waren selbst. So stellte die Leinenweberei bis Mitte des 19. Jahrhunderts als Landhandwerk die mit Abstand größte Berufsgruppe im Ort. . Doch mit Gründung der Firma Leinenweberei und Säckefabrik Moses Wolf in den 40er Jahren hielt das Verlagswesen Einzug. Nun erhielten die Hausweber die gesponnenen Garne von der Fabrik und lieferten die gefertigten Stoffe dort ab. Die Fabriken verkauften sie im Großhandel . Ein Streik der Weber im Jahre 1905 macht auf die schlechten Löhne und Arbeitsbedingungen der Menschen aufmerksam. Die staubentwickelnde Arbeit war äußerst gesundheitsschädlich .

Durch die Einführung mechanischer Webstühle um 1910/1920 wurden schließlich die Waren fabrikmäßig produziert, die Weber arbeiteten nun an einem zentralen Ort, die alten Handweber wurden immer weniger. Der technische Fortschritt machte eine ständige Anpassung an Neuerungen nötig. Dem konnte die Herxheimer Leinenweberei nicht standhalten. Beschäftigte mussten entlassen werden, Produktionsumstellungen auf Transportsäcke für Getreide, Kartoffeln, und Stroh wurden nötig. So schloss schließlich im Jahre 1957 die Leinenweberei "Braun & Co" ihre Pforte. 1967 stellte auch die Weberei Föhst den Betrieb ein.


© 2003 by NTS  , powered by